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Max bester Europäer über 30 sek. Speed!

von: Steffi Ackermann
Zum letzten Mal wurde in Shanghai unter alleiniger Flagge des FISAC Weltverbandes die WM der Ropeskipper ausgetragen. Wie in anderen Sportarten auch gab es bisher 2 Weltverbände mit 2 entsprechenden Veranstaltungen, durch die sich auch in Deutschland in der Vergangenheit eine Zweiteilung der Ropeskippinggemeinde bemerkbar machte. Auf der einen Seite die FISAC mit ihrer WM, an der nach erfolgreicher Qualifikation nur die besten Ranking Platzierten der jeweiligen Länder teilnehmen durften. Auf der anderen Seite World Jump Rope eine Organisation mit Ursprung in Amerika mit ihrer Veranstaltung World Jump Rope Championchips an der bisher jeder ohne jegliche Qualifikation teilnehmen konnte. So kam es in der Vergangenheit vor, dass Skipper, die im Inland nicht an entsprechenden Meisterschaften teilgenommen haben, sich plötzlich Weltmeisterschaftsteilnehmer oder sogar Weltmeister nennen konnten. Sehr zum Missfallen der FISAC WM Teilnehmer, die entsprechende Qualifikationen durchlaufen mussten.
Da diese Art der Sportpolitik von 2 Verbänden für die junge Sportart nicht sehr förderlich ist und mittelfristig die Olympiateilnahme das beiderseitig angestrebte Ziel von  Funktionären und Sportlern ist, hat man sich nun im Laufe des letzten Jahres angenähert und im Jahr 2020 soll erstmals eine gemeinsame Veranstaltung abgehalten werden. Bis dahin ist aber noch viel zu tun, da es bei den Wettkampfabläufen, den Disziplinen und den Bewertungskriterien teilweise erhebliche Unterschiede gibt. Es bleibt also spannend, wobei diese Annäherung für die Weiterentwicklung der Sportart die einzig richtige Maßnahme ist.
Mit insgesamt 8 Skipperinnen und einem Skipper gingen die Ropeskipper des TV 1848 Oberstein das Abenteuer WM in Shanghai an. Bereits vor 4 Jahren waren Max, Maike, Katrin, Julia und Caroline in Hong Kong mit von der Partie. Bereits damals kündigte sich die Dominanz der Asiaten in den Speeddisziplinen an. Mittlerweile beherrschen die Asiaten diese Disziplinen und so manch Europäer reibt sich angesichts der gesprungenen Werte verwundert die Augen. Das angesetzte TVO-Ziel  Einzelplatzierungen in den TOP 15 Disziplinwertungen wurde von allen erreicht.
Im Chinese Open Tournement einen Tag nach Ankunft des TVO - Tross waren im Einzel Katrin Ryan und Peri Ann Houk am Start. Eigentlich überraschend, dass beide sich für die Overallwertung (kompletter Wettkampf) qualifizierten, da das Training momentan eigentlich mehr auf den Teamwettkampf ausgerichtet ist und die Disziplin 3 Minuten Spedd im Training überhaupt nicht im Focus stand. Bei 4 verschiedenen Freestyles im Single Rope und Double Dutch, sowie der am aufwendigsten zu trainierenden Double Dutch Speeddisziplin kamen die 3 Minuten einfach zu kurz. Für Peri war es seit langem wieder ein Einzelstart nachdem sie 2013 bei der EM in Dänemark bei den Schülern am Start gewesen ist. Im letzten Jahr hat sie speziell beim Schwierigkeitsgrad der Kür, aber auch in den Speeddisziplinen einen schönen Sprung nach vorne gemacht. Und so legten beide mit 90 Sprüngen in 30 Sekunden und Einzelplatz 8 einen super Start hin. Für Peri war es sogar eine Bestleistung in dieser Disziplin. Endlich sind die 90 geknackt! Aber dann machten Klima und Kreislauf ihr ein wenig einen Strich durch die Rechnung und sie musste mit Magenproblemen die 3 Minuten angehen. 400 Sprünge waren an diesem Tag nicht erreichbar für sie.
Katrin hatte nach dem Einspringen schon mit Knieproblemen zu kämpfen und konnte die 400 Marke noch knapp überspringen. Schade für beide, da hier in der Gesamtwertung bei normalem Verlauf noch mehr drin gewesen wäre. Auch im Freestyle machten sich die gesundheitlichen Einschränkungen der beiden  bemerkbar. Peri ging am Ende die Kraft aus und Katrin konnte wegen der Knieprobleme nicht alle Schwierigkeiten in gewohnter Form zeigen. Dennoch legte Katrin in der Freestylewertung einen super 8. Rang hin und Peri folgte ihr ganz knapp auf Platz 10 in dieser Wertung. Insgesamt standen in der Gesamtwertung mit Platz 9. für Katrin und Platz 13. für Peri tolle Platzierungen am Ende zu Buche.
Zwei Tage später und mit ein bisschen mehr Akklimatisierungspuffer ging dann das gemischte Team mit Max Polenske, Lena Dutkiewicz, Kimberly Conradt und Vicky Risch beim Masters der Open Teams ins Rennen. Mit der bärenstarken Konkurrenz aus Asien, Belgien und Australien mussten die 4 sich bei ihrer ersten WM Teilnahme messen. Nach einem nervösen Beginn und immer noch guten 311 Sprüngen (15. Platz) im Einzelspeed sprangen sie im Double Dutch Speed mit 462,5 Sprüngen einen neuen persönlichen Rekord und konnten hier einen guten 14. Platz belegen. Dies sollte eigentlich für die entsprechende Ruhe sorgen aber... Der erste Freestyle war der  Double Dutch Single Freestyle, der auch bis zur Mitte fehlerfrei durch lief. Beim Ausgang aus dem Wheel verhedderte sich das Seil dermaßen, dass es zu einem Knoten kam. Damit ging dann irgendwie der Faden verloren, auch für die noch folgenden Disziplinen. Es lief nicht mehr richtig was zusammen und so wurden mit  jeweils Platz 18. im SR Pair, SR Team, und Platz 17. im SR Team sowie Platz 16. im DD Pair keine weitere TOP 15 Platzierung erzielt. Zusammenfassend kann man sagen: so etwas passiert und aus diesen Erfahrungen kann man nur lernen.
Am darauffolgenden Tag war dann das Frauenteam mit Julia Kannengießer, Caroline Weinz, Katrin Ryan, Peri Ann Houk und Maike Preuß im Masters der Frauenteams an der Reihe. Mit einem sehr guten Beginn und 351 Sprüngen im SR Speed konnte gleich mit einem guten 13. Platz das Ziel der TOP 15 Platzierung eingetütet werden. Der DD Speed  mit Katrin, Julia, Peri und Maike wurde mit 493,5 Sprüngen leicht unter der 500er Marke absolviert. Hier hatten die 4 im Vorfeld sehr viel Trainingsarbeit investiert und hatten sich mehr vorgenommen. Dennoch ging der 16. Platz auch hier in Ordnung. Die beiden SR Disziplinen Pair mit Katrin und Caroline (Platz 23)  sowie Team mit Julia, Katrin, Peri und Maike (Platz 20)  liefen an diesem Tag nicht rund und kosteten wohl auch in der Gesamtwertung einige Plätze. Aber es wurde weitergekämpft und mit lediglich jeweils einem kleinen Hänger wurden die beiden DD Disziplinen Single (Platz 18) und Pair,  mit einem sehr guten 12. Platz, durchgesprungen. Mittlerweile ist der TVO tatsächlich zu einem DD Verein geworden und insbesondere die mit am schwierigsten Disziplin des DD Pair wird zur Spezialität. Für die Zukunft heißt es aber auch im SR aufzuholen, um hier nicht den Anschluss zu verlieren.  In der Gesamtwertung war es dann Ende mit Platz 18 der erwartete Mittelfeldplatz.
Am Ende der anstrengenden WM gingen dann Max Polenske und Maike Preuß noch im Einzel Masters an den Start. Zu Max muss man sagen, eigentlich lieferte er den Wettkampf seines Lebens ab. Bei den Speeddisziplinen rieb sich seine Trainerin vor dem Live Stream verwundert die Augen. Was ging da ab? Trotz 1 Hänger konnte Max mit 94 Sprüngen in 30 sek. immer noch einen tollen Wert erzielen und war mit einem anderen Deutschen zusammen mit Platz 10 bester Europäer in dieser Disziplin. Aber dann erst  die verhassten 3 Minuten. Mit 442 übertraf Max seine bisherige Bestleistung um Sage und Schreibe 30 Sprünge und war zur Mitte der Zeit sogar in Zielwertrichtung 500. Für Max ein super Wert, den er wie oben beschrieben, trotz minimalem 3 Minutentraining erzielen konnte. Im Freestyle ging er auf Risiko. Dieses wurde dann auch belohnt. Lediglich in der 1. mit Höchstschwierigkeiten gespickten Bahn schlichen sich Hänger ein. Mit einem tolle Mittelfeldplatz 18 unter 29 Teilnehmern konnte er mehr als zufrieden sein.
Für Maike begann der Wettkampf mit sehr guten 95 Sprüngen und Platz 11 in dieser Wertung. Mittlerweile hat sie sich auch im Wettkampf auf internationale Top-Werte über 95 stabilisiert. Für Maike gilt das gleiche, wie für alle WM-TVO-Einzelspringer. Das 3 Minutentraining erfolgte in minimalisierter Form. 427 Sprünge konnte sie erzielen und so fand sie sich vor dem abschließenden Freestyle unter den Top 15 Speedspringerinnen der Welt wieder. Leider schlich sich im Freestyle der ein oder andere Hänger zu viel ein. Hier muss man wirklich sagen, da wäre mehr drin gewesen, wenn man ihre bereinigten Schwierigkeits- und Kreativitätswertungen analysiert. Mit Platz 25 unter 43 Skipperinnen  in der Gesamtwertung war es dann auch bei Maike am Ende ein Mittelfeldplatz.
Summierend kann man sagen, dass für der TVO im Speed und auch im DD international gut konkurrenzfähig ist aber im SR momentan ein Aufholbedarf besteht. Dies sollte Anreiz für die Zukunft sein, denn mit 6 Top Ten Platzierungen und dazu noch 5 Top 15 Platzierungen kann man bei einer WM sehr zufrieden sein.

TVO - Team 1: v.l.n.r.: Katrin Ryan, Caroline Weinz, Maike Preuß, Peri Ann Houk, Julia Kannengießer


TVO - Team2: v.l.n.r.: Max Polenske, Kimberly Conradt, Lena Dutkiewicz, Vicky Risch